

Serious Boardgames ("Ernsthafte Brettspiele")
Brettspiele existieren seit der frühesten Menschheitsgeschichte. Ihr "ernsthafter" Einsatz - neben den Würfel-Glücksspielen der Römer oder späteren Landsknechte - lehrte insbesondere militärisch-strategische Grundlagen (Schach, GO etc.).
Aber auch der klassischen moderne Spielemarkt hat sich in unterschiedlichster Weise mit ernsthaften Themen auseinandergesetzt, beispielsweise in zahlreichen kooperativen Spielen in den 70´er und 80´er Jahren oder dem Systemikspiel "Ökolopoly" von Frederic Vester. Also zu einer Zeit in der die Computerspielindustrie gerade erste Erfolge mit Pacman feierte und lange bevor dieselbe den Begriff Serious Games und damit ein neues Betätigungsfeld entdeckte.
Mit dem Computer als mathematisches und graphisch flexibles Backend und dem Internet als weltweite Kommunikationsplattform stehen unbestritten faszinierende Möglichkeiten in der Spieleentwicklung zur Verfügung. Nichtsdestotrotz ist gerade bei "ernsthaften Themen" das Gameplay entscheidend. Die fundamentalen Bestandteile von Brettspielen finden sich damit auch in Computerspielen wieder.
Neben unbestreitbaren, deutlich günstigeren Entwicklungs- und Produktionskosten haben Brettspiele aber auch andere Vorteile gegenüber Ihren elektronischen Verwandten.
Man sitzt seinen Mitspielern und Kontrahenten direkt gegenüber. Reaktionen erfolgen unmittelbar - der Mensch verschwindet nicht anonym hinter einem Computermonitor. Teure Hardware ist nicht notwendig, Brettspiele funktionieren auch ohne elektrischen Strom und können überall mit hingenommen werden - sei es ein deutsches Klassenzimmer oder einselbes in der Dritten Welt.
Wo es um technische und medizinische Simulationen geht, macht ein Brettspiel natürlich wenig Sinn. Gilt es aber einen menschlichen Faktor zu berücksichtigen, so steht es Computerspielen mit Sicherheit in nichts nach.